How-To VUCA

Ein Akronym und seine Transformation in die digitale Wirklichkeit!

Hand hoch, mal ehrlich, wer kennt VUCA? Alle Profis sagen nun natürlich ja, klar. Ich gebe offen zu, ich kannte es nicht. Habe dann mal Wikipedia bemüht und siehe da, kommt gar nicht aus der Digitalisierungs-Ecke. Wird aber immer mehr in diesem Kontext verwendet, und das aus gutem Grund. Aber der Reihe nach.

VUCA – das Akronym und seine Bedeutung

VUCA steht für …

  • Volatility (V)
  • Uncertainty (U)
  • Complexity (C)
  • Ambiguity (A).

Damit Unbeständigkeit, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit.

Woher kommt VUCA?

Liest man den deutlich kurzen Wikipedia-Artikel, ist dieses Akronym in einer amerikanischen Militärhochschule entstanden. Das auch in einer Zeit (1990er Jahre), als das Thema Digitalisierung zwar definitiv schon im Tagesgeschehen angekommen, bei weitem aber noch nicht in den Köpfen als dramatische Umwälzung unserer Wirtschafts- und Sozialsysteme verankert war.

Was bedeutet VUCA?

Ordnet man es in den damaligen Kontext ein, zeigt es ein klares Bild, dass auch zu dieser Zeit die Welt deutlich komplexer und unbeständiger geworden ist. Es war eine klare Ansage, zu erkennen, dass wir uns alle auf veränderte Bedingungen einstellen müssen. Diese Erkenntnis war die Geburtsstunde dieses Akronyms.

Volatilität = Unbeständigkeit: Nichts ist mehr eine Konstante für lange Zeit. Uncertainty = Unsicherheit: Alles hat ein Risiko. Complexity = Komplexität: Nichts ist mehr leicht erklärbar. Ambiguity = Mehrdeutigkeit: Es gibt viele Antworten, nicht nur die eine richtige.

Wie gesagt, das war in den 1990er Jahren, entwickelt als Herausforderung und mit dem Ziel die wesentlichen Parameter in eindeutigen Mustern zu benennen. Solche Modelle oder Begriffe entstehen immer in geistigen Eliten, die versuchen, Erklärungen für Phänomene dieser oder anderer Art in verständliche Begriffe zu „packen“.

Was heißt das im Jahr 2018 in einer deutlich digitalisierten Welt?

Dass es mehr denn je aktuell ist. Die VUCA-Welt ist real. Die Parameter stimmen und zeigen ganz pragmatisch die wichtigsten Herausforderungen. Man kann das weiter intellektualisieren und einen Fachvortrag halten, die Basis aber stimmt und es ändert nichts daran, dass wir uns darauf einstellen müssen, welche Verwerfungen und Probleme es mit sich bringt. Egal ob wirtschaftlich, gesellschaftlich oder sozial, viele Menschen können dem nicht standhalten.

Das ist eigentlich die wichtigste Erkenntnis. Und auch das ist real, da helfen auch keine Elite-Unis. Wir sind nicht alle Intellektuelle oder Mega-Performer, müssen aber alle mitnehmen, auch die, die nicht die gewünschte Leistungsfähigkeit mitbringen. Dummerweise braucht gerade die Zielgruppe der Menschen, die nicht die Welt erobern wollen oder können, viel mehr Sicherheit, Beständigkeit und weniger Komplexität. Andernfalls entsteht das, was wir auch politisch sehr stark merken – ein Abdriften in extreme Positionen auf beiden Seiten. Insofern nicht mehr und nicht weniger als ein Hilfeschrei.

Was hilft uns aus dem Dilemma?

VUCA – die Lösung gleich mitgeliefert …

Es gibt dazu eine schöne Strategie zum „Überleben“, idealerweise im gleichen Akronym.

  • Vision (V)
  • Understanding (U)
  • Clarity (C)
  • Agility (A).

Nett 🙂 Passt doch gut, dann hat man gleich die Lösung dabei … Schauen wir uns das einmal etwas näher an.

Vision, Verstehen, Klarheit und Agilität. Klingt einfach, ist es aber nicht. Es erfordert ein Umdenken. Denn es heißt, dass das „alte“ Hierarchie-Verständnis in Unternehmen völlig überholt ist. Sie können kein Unternehmen oder jedwede Organisation effizient und vor allem zukunftssicher in einer VUCA-Welt führen, wenn einfach top-down gemanaged wird. Eine schwere Erkenntnis für alle, die glauben, Erfolg und Promotion schafft die Freiräume nun von oben herab agieren zu können.

Warum ist das so? Gehen wir die Lösungsansätze einmal durch …

Vision: Gefordert ist also Weitblick und eine klare Idee, was die Zukunft bringen soll oder welcher Strategie man folgt und welche Ziele angestrebt werden. Das Zukunfts-Konzept wird und ist gefragt.

Verstehen: Tja, das ist in der Digitalisierung gar nicht so einfach. Verstehen war immer etwas, was Unternehmen gerne den Bildungseinrichtungen zugeschrieben haben. Im Assessment sollte dann geklärt werden, einmalig und sicher, ob der oder die was drauf hat. Das geht aber so linear in einer multidimensionalen Welt nicht mehr. Verstehen wird also zur stetigen Aufgabe und erfordert Zuhören aber auch den Willen, Wissen vermitteln zu wollen, auch wenns schwer fällt.

Klarheit: Keine professorale Front-Desk-Präsentation. Kein Verstecken hinter Fachbegriffen. Also wirklich dafür sorgen, dass es nicht links rein und rechts raus geht. Alle Beteiligten müssen sich über alle Schritte bewusst sein. Das „Verschleiern“ mit kunstvollen Begriffen und eben auch Akronymen sollte vermieden werden.

Agilität: Bewegung. Kein Stillstand. Ein grundsätzliches Vermögen Bestehendes zu hinterfragen und damit auch neue Wege zu gehen. Kennt man ein bisschen aus der agilen Entwicklung, läuft aber natürlich auch dem menschlichen Bedürfnis nach Bestand und Verlässlichkeit entgegen.

Ein kleines Fazit von mir

Ich finde solche Ansätze immer sehr spannend. Sie bringen einen zum Nachdenken und erlauben gedankliche Leitplanken zu setzen. Sie helfen, Herausforderungen wenigstens grob zu kategorisieren und damit auch verständlicher zu machen.

Die Gefahr dabei ist, dass man sich wieder hinter Platzhaltern versteckt und dem generellen Anspruch nach Veränderungs-Potenzial nicht gerecht wird. Aber, es ist eben immer so gut wie das, was man daraus macht. In diesem Sinne viel Erfolg bei allen Aufgaben und gutes Gelingen mit VUCA.

2018-09-03T09:15:10+00:00
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